Sieben Irrtümer im Arbeitsrecht

Was für eine Frist gilt für die Erteilung einer Abmahnung?

1. Welche Frist gilt für die Erteilung einer Abmahnung?

a. 2 Wochen
b. Es gibt keine Frist
c. 1 Monat

Ein Mythos, der sich hartnäckig hält – viele Arbeitnehmer und Arbeitgeber sind davon überzeugt, dass man eine Abmahnung nur innerhalb einer bestimmten Frist erteilen kann. Das stimmt nicht. Der Arbeitgeber kann ein Verhalten, welches auch schon einige Wochen (oder sogar Monate) zurückliegt noch wirksam abmahnen. In der Praxis ist es zu empfehlen, Abmahnungen möglichst zeitnah auszusprechen. Dem Arbeitnehmer wird damit schnell verdeutlicht, dass ein solches Verhalten in Zukunft nicht geduldet wird.

Durch den Ausspruch der Abmahnung gibt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer die Chance, sein Verhalten in Zukunft zu verbessern. Sollte es sich also um ein eher schwerwiegendes Fehlverhalten des Arbeitnehmers handeln, muss rechtzeitig abgewogen werden, ob eine Abmahnung noch das richtige Mittel ist oder ob ein fristloser Kündigungsgrund vorliegt. Denn für den Ausspruch der fristlosen Kündigung hat der Arbeitgeber nur zwei Wochen Zeit – bei der Abmahnung hingegen kann er sich mehr Zeit lassen. Sollten Sie hierzu Fragen haben, dann kommen Sie bitte auf unser Juristenteam zu.

Die Krankheit des Mitarbeitenden schützt vor dem Ausspruch einer Kündigung

2. Die Krankheit des Mitarbeitenden schützt vor dem Ausspruch einer Kündigung.

a. Diese Aussage ist falsch

b. Diese Aussage ist korrekt

Eine Krankheit schützt nicht vor dem Ausspruch einer Kündigung. Arbeitnehmer können auch während einer Erkrankung gekündigt werden. Ebenso kann unter bestimmten Voraussetzungen sogar eine Kündigung aus krankheitsbedingten Gründen erfolgen. Dabei wird zwischen langandauernder Erkrankung und häufigen Kurzzeiterkrankungen unterschieden. Eine Kündigung aus krankheitsbedingten Gründen ist mit hohen Hürden verbunden. Wir beraten Sie gerne zu diesem Thema.

Ein besonderer Kündigungsschutz liegt bei Krankheit somit nicht vor. Anderes gilt beispielsweise für Schwangere oder Mitarbeitende in Elternzeit. Sonderkündigungsschutz genießen unter anderem auch schwerbehinderte Menschen, Auszubildende und z. B. der Strahlenschutzbeauftragten. Sollten Sie hierzu Fragen haben, dann kommen Sie bitte auf unser Juristenteam zu.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit verwenden wir die männliche Form.
Wir meinen immer alle Geschlechter im Sinne der Gleichbehandlung.