HR und Arbeitsrecht

Anerkennung bleibt unverzichtbar für Fachkräftesicherung

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Simone Diebold

Leiterin Kommunikation

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Deutlich mehr ausländische Fachkräfte konnten im vergangenen Jahr ihre Berufsausbildung in Deutschland anerkennen lassen als noch in den Vorjahren, meldet das Statistische Bundesamt.

Trotzdem dauert der Prozess oft mehrere Monate. Mit Künstlicher Intelligenz und digitalen Anträgen könnte es deutlich schneller gehen.

Gute Nachrichten aus Wiesbaden: 2022 verzeichnete das Statische Bundesamt zum ersten Mal nach Corona deutlich mehr Anerkennungen, konkret: 52.300 Menschen hatten im Ausland einen Beruf gelernt und ließen ihn hierzulande anerkennen. Das entspricht einem Plus von elf Prozent im Vergleich zu 2021. Diese Entwicklung ist für Deutschland enorm wichtig: Bundesweit fehlen Fachkräfte. Zuletzt konnten mehr als 632.000 Jobs nicht besetzt werden, Tendenz steigend. Um die Lücke zu verkleinern, braucht die deutsche Wirtschaft qualifizierte Zuwanderung aus Drittstaaten. Insbesondere fehlen Fachkräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung: 2022 konnten über 350.000 dieser offenen Stellen nicht besetzt werden. 

96 Prozent der Anträge auf berufliche Anerkennung wurden von den deutschen Behörden positiv beschieden. Die meisten betrafen Gesundheitsberufe, darunter vor allem Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und Krankenpfleger sowie Ärztinnen und Ärzte, in diesen Berufen gibt es einen großen Fachkräftemangel. Die meisten Anträge kamen aus Drittstaaten, darunter Bosnien und Herzegowina, Philippinen und die Türkei.

Zuwanderung stärken, Anerkennung optimieren

Das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz vereinfacht den Weg für ausländische Fachkräfte, räumt unter anderem bürokratische Hürden aus dem Weg. Alle geplanten Änderungen listet das Portal Make it in Germany auf. So ist es beispielsweise inzwischen möglich, auch ohne Anerkennung ein Visum für Deutschland zu erhalten und einzureisen.

Die Anerkennung ist ein wichtiger Baustein für die Fachkräftegewinnung. Gerade in reglementierten Berufen ist sie ein Muss, in nicht reglementierten Berufen ist sie die Grundlage für eine zügige und langfristige Integration. Besonders vielversprechend sind sogenannte Anerkennungspartnerschaften, bei denen Arbeitgeber und Fachkräfte sich schon während des Prozesses aneinanderbinden und so Rekrutierung und Wartezeit verkürzen. 

Mit Technik und Transparenz zu schnelleren Verfahren

Gerade diese Wartezeiten sind ein Ärgernis. Immerhin: Auswertungen haben gezeigt, dass die Anerkennung zu nicht reglementierten Berufen in den vergangenen Jahren schneller über die Bühne ging. Dennoch beträgt die durchschnittliche Bearbeitungszeit immer noch 106 Tage. Digitale Anträge und Künstliche Intelligenz, beispielsweise um Unterlagen zu übersetzen, könnten den Prozess deutlich beschleunigen. Hilfreich sind auch Wissensmanagement-Plattformen wie das BQ-Portal, die zentral und übersichtlich alle relevanten Informationen aufbereiten. Bei nicht-reglementierten Berufen wie Anlagemechanikern und Anlagenmechanikerinnen für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik können die Berufskammern mittlerweile auf eine Informationsbasis von mehr als 5.500 ausländischen Berufsprofilen aus über 100 Ländern zugreifen. 

QUELLE: iwd – Der Informationsdienst des Instituts der deutschen Wirtschaft

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