Aussenwirtschaft

Außenhandel trotz Corona mit sehr gutem Ergebnis

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Boris Behringer

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Trotz Pandemie und Lieferengpässen steigen Exporte und Importe im Jahr 2021 stark.

„Nach dem größten Einbruch seit der Finanz- und Wirtschaftskrise im vergangenen Jahr schließt der Außenhandel 2021 mit dem besten Ergebnis der letzten Jahrzehnte ab. Dies kann nicht allein auf den Aufholeffekt zurückgeführt werden, den die pandemiebedingten Störungen in der Weltwirtschaft verursacht haben. Es ist eine Stärke der deutschen Unternehmen, flexibel auf die internationalen Herausforderungen zu reagieren.“ Dies erklärt Dr. Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), am 09.02.2022 in Berlin zur Entwicklung des deutschen Außenhandels.

„Nach einem positiven Jahresbeginn 2021 setzten im Verlauf des Jahres hohe Preise bei Energie und Logistik, Chaos in den Lieferketten und Verknappungen bei Zulieferprodukten und Rohstoffen den Unternehmen stark zu. Vor allem die geopolitische Lage veränderte sich zum Jahresende und birgt nach wie vor große Unsicherheit. Vor diesem Hintergrund sind die aktuellen Zahlen ein großartiges Ergebnis! Allerdings werden uns die Risiken auch weiterhin begleiten“, so Jandura weiter.

„Einige Lichtblicke gibt es aber trotzdem: Wir begrüßen, dass die internationale Politik auf diplomatischem Weg versucht, die Spannungen im Russland-Ukraine-Kontext zu lösen. Auch den Sanktionsabbau der USA gegenüber dem Iran, um bei den Atomgesprächen voranzukommen, werten wir als ein gutes Zeichen. Wie wichtig die Unternehmen im Außenhandel für den Wohlstand Deutschlands sind, unterstreichen die heutigen Zahlen. Für die Wirtschaft wäre es daher ein beruhigendes Signal, wenn sich auch die Bundesregierung, vor allem aber das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, entsprechend personell aufstellt und endlich mit einer Außenwirtschaftsstrategie aufwartet“, so Jandura abschließend.

Das Statistische Bundesamt hatte zuvor die Außenhandelszahlen für Dezember 2021 bekannt gegeben. Demnach wurden Waren im Wert von 117,0 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 110,0 Milliarden Euro importiert. Für das Gesamtjahr 2021 bedeutet dies, dass insgesamt Waren im Wert von 1.375,5 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 1.202,2 Milliarden Euro importiert wurden. Damit ist der Export im Vorjahresvergleich um 14,0 Prozent und der Import um 17,1 Prozent gestiegen. Die Außenhandelsbilanz schloss 2021 mit einem Überschuss von 173,3 Milliarden Euro ab und verringert sich somit zum fünften Mal in Folge.

Am 22. Februar 2022 wurden auch vom Statistischen Landesamt vorläufige Außenhandelszahlen für Baden-Württemberg für 2021 bekannt gegeben. Nachdem 2019 nur noch geringe Zuwächse vorlagen (bei den Ausfuhren + 0,9 Prozent und bei den Einfuhren + 3,3 Prozent) und es 2020 zu einem Einbruch durch die Einschränkungen im freien Waren-, Liefer- und Personenverkehr kam (bei den Ausfuhren – 7,5 Prozent und bei den Einfuhren – 5,6 Prozent), zeichnet sich eine deutliche Trendwende ab. Insgesamt legten die Ausfuhren um 16,9 Prozent und die Einfuhren um 14,1 Prozent im letzten Jahr zu.

Getragen wurde diese Entwicklung vor allem durch die Exporte in die USA (+ 25,4 Prozent) und China (+ 15 Prozent), den größten Handelspartnern Baden-Württembergs. Mit 62,8 Prozent entfällt der größte Außenhandelsanteil auf Europa. Hier war ein Plus von 17,1 Prozent zu verzeichnen.

Bei den Handelsgütern liegt die Exportstärke Baden-Württembergs nach wie vor auf Kraftfahrzeugen, Maschinen und Pharmazeutischen Erzeugnissen. Bei den Importen lag China auf dem ersten Platz der Handelspartner mit einem Plus von 22,8 Prozent, die USA liegen auf dem vierten Platz.

Auch Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut zeigte sich ob dieser Erfolgsmeldungen optimistisch: „Die Außenhandelszahlen des letzten Jahres zeigen einen erfreulich positiven Trend. Mit einem Anstieg über das Vorkrisenniveau hinaus stehen die Zeichen bei unserer exportstarken Wirtschaft wieder klar auf Wachstum – und dies trotz der noch anhaltenden Lieferkettenprobleme“, so die Ministerin.

„Nun gilt es, diesen Trend im laufenden Jahr fortzusetzen“, so Hoffmeister-Kraut. „Es bleibt für uns wichtig, unsere internationalen Beziehungen und Partnerschaften weiter auszubauen. Europa muss sich weiterhin verstärkt für einen freien Warenverkehr mit fairen Regeln einsetzen.“ Auf europäischer Ebene müssen weitere Handelsabkommen in den Fokus genommen werden und in Verhandlung befindliche möglichst bald umgesetzt werden. Hierbei müsse weiterhin auch ein Fokus auf gute transatlantische Beziehungen zu den USA und Kanada gelegt werden.

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