HR und Arbeitsrecht

Beschäftigte bleiben lange bei einem Arbeitgeber

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Anna Wilhelm

Rechtsanwältin (Syndikusrechtsanwältin)

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Die Deutschen bleiben ihrem Arbeitgeber lange treu – daran hat auch die Coronapandemie nichts geändert. In einzelnen Branchen geht die Betriebszugehörigkeitsdauer aber zurück. Auch die Betriebsgröße spielt eine Rolle.

Beim Arbeitgeber bleiben oder doch den Job wechseln? Diese Frage hatte durch die Coronapandemie in den vergangenen Jahren eine andere Tragweite als zuvor. In den USA gab es den sogenannten Big Quit – viele Arbeitnehmer kündigten trotz der unsicheren Lage ihre Jobs, etwa aufgrund niedriger Löhne und schlechter Arbeitsbedingungen. In Deutschland sah das anders aus:

Die Zahl der Kündigungen durch Arbeitnehmer sank im ersten Halbjahr 2020 um 8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Über alle Branchen hinweg waren die Beschäftigten hierzulande im Jahr 2021 durchschnittlich seit elf Jahren bei ihrem Arbeitgeber tätig. Besonders treu zeigen sich die Erwerbstätigen im Kredit- und Versicherungsgewerbe: Mit durchschnittlich 16,6 Jahren bleiben Mitarbeiter im Kredit- und Versicherungssektor bundesweit am längsten bei einem Arbeitgeber.

So viele Jahre arbeiteten Beschäftigte dieser Branchen in Deutschland im Schnitt im selben Betrieb.

Ebenfalls selten wechseln Erwerbstätige der öffentlichen Verwaltung und der Sozialversicherungen. Anders sieht es im Gastgewerbe aus: Mit weniger als sechs Jahren ist die durchschnittliche Betriebszugehörigkeitsdauer dort kürzer als in allen anderen Branchen. Die Unterschiede haben mit der jeweiligen Branchenstruktur zu tun. Im Versicherungsgewerbe zum Beispiel arbeiten etwa 80 Prozent der Erwerbstätigen in großen Unternehmen. Und in Unternehmen mit mehr als 2.000 Beschäftigten bleiben Mitarbeiter im Schnitt 13,5 Jahre, in Firmen mit weniger als 20 Beschäftigten nur 8,5 Jahre.

Die Entwicklung in den einzelnen Branchen verlief dabei recht unterschiedlich. So ist die Betriebszugehörigkeitsdauer in der öffentlichen Verwaltung und im Bildungswesen seit dem Jahr 2013 gesunken. Eine Erklärung: In diesen Berufsfeldern sind viele langjährig Beschäftigte in Rente gegangen. Zunehmend länger im selben Betrieb bleiben dagegen die Beschäftigten im Kredit- und Versicherungsgewerbe sowie im Hoch- und Tiefbau.

QUELLE: iwd – Der Informationsdienst des Instituts der deutschen Wirtschaft

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