Transformation und Nachhaltigkeit

Data Sharing: Deutsche Unternehmen sind zurückhaltend

Data sharing
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Simone Diebold

Leiterin Kommunikation

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Das Teilen von Daten bietet Unternehmen die Chance, die Digitalisierung und Innovationen voranzutreiben und neue Geschäftsbeziehungen zu knüpfen. Im Austausch für Daten nehmen manche Firmen Geld, andere setzen auf Dienstleistungen.

Gemeinsam zum Erfolg: Wenn ein Unternehmen seine Daten sorgfältig speichert, strukturiert und vielfältig nutzt, können andere Unternehmen davon profitieren, da Daten durch ihre Nutzung nicht an Wert verlieren. So lassen sich durch das Teilen von Daten etwa Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle weiterentwickeln oder betriebliche Prozesse optimieren. In Deutschland gehen die Firmen bisher noch zurückhaltend mit ihren Daten um.

In den Jahren 2022 und 2023 haben etwa 20 Prozent der deutschen Unternehmen Daten an andere abgegeben und etwa 40 Prozent haben Daten erhalten.

Wie bei jedem anderen Handel erwartet derjenige, der seine Daten abgibt, eine Gegenleistung. Für Unternehmen sind dabei sowohl Dienstleistungen als auch finanzielle Mittel interessant. Eine IW-Befragung von mehr als 1.000 Unternehmen aus den Bereichen Dienstleistung und Handel im Herbst 2022 zeigt, dass vor allem große Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten häufiger Daten kaufen als verkaufen.

29 Prozent der Unternehmen aus dem Dienstleistungssektor und dem Handel haben im Jahr 2022 Geld für fremde Daten gezahlt, rund 16 Prozent haben Daten verkauft.

So viel Prozent der Unternehmen mit dieser Mitarbeiterzahl haben im Jahr 2022 Daten gegen Entgelt verkauft/gekauft.

Die Weitergabe der Informationen war nicht immer freiwillig: Unternehmen gaben ihre Daten größtenteils zu Forschungszwecken, aber auch wegen rechtlicher Vorgaben ab. Daneben spielten altruistische Motive eine Rolle. Ein Teil der Datengeber ist der Ansicht, dass ihr Handeln sowohl für andere Unternehmen als auch für die Gesellschaft insgesamt nützlich sein kann. Kleine Unternehmen mit weniger als 49 Beschäftigten haben im Jahr 2022 im Vergleich zu den großen mit 29 Prozent in deutlich größerem Maß Daten verkauft, als sie welche gekauft haben (26 Prozent).

Dienstleistungen statt Entgelt

Neben der Dienstleistungsbranche und dem Handel hat das IW in einer zweiten Befragung im Herbst 2023 auch erhoben, wie die Industrie das Thema Data Sharing handhabt. Die mehr als 1.000 Teilnehmer gehen demnach anders mit ihren Daten um.

Nur 4 Prozent der großen Industrieunternehmen haben für abgegebene Daten im Jahr 2023 Geld erhalten. In 31 Prozent der Fälle haben sie Geld für Daten anderer gezahlt.

So viel Prozent der Unternehmen mit dieser Mitarbeiterzahl haben im Jahr 2023 Daten gegen Entgelt verkauft/gekauft.

Die großen Betriebe möchten im Austausch für ihre Informationen meist lieber Dienstleistungen erhalten. So können zum Beispiel bei der Wartung von Maschinen gebündelte Daten genutzt werden, um Ausfallwahrscheinlichkeiten präzise zu bestimmen und die Kontrollen zu optimieren.

Das Teilen von Maschinendaten ist für große Unternehmen im Vergleich zu kleinen und mittleren Unternehmen deutlich leichter, weil sie mehr Daten automatisiert erfassen und in Echtzeit abgeben können. Zudem wollen vor allem große Betriebe Geschäftsbeziehungen schließen und stärken. Dazu teilen sie ihre Daten oft unentgeltlich direkt untereinander oder entlang der Lieferkette. Anders gewendet:

Kleine Industrieunternehmen geben verhältnismäßig häufig Daten gegen Entgelt ab – im Jahr 2023 waren es 22 Prozent. Beim Datenkauf unterscheiden sie sich dagegen nur wenig von großen Betrieben.

Insgesamt haben die kleinen Industrieunternehmen allerdings öfter Dienstleistungen statt Geld für ihre Daten erhalten. Dabei lag die Entscheidung darüber oft nicht bei den Unternehmen selbst, sondern wurde von den meist größeren Datenempfängern vorgegeben. Grundsätzlich zeigen die zwei Befragungen, dass das Teilen von Daten in Deutschland auf einem niedrigen Niveau liegt. Dadurch bleiben mögliche Synergieeffekte in Firmen unentdeckt und Potenzial für Innovationen wird verschenkt.

QUELLE: iwd – Der Informationsdienst des Instituts der deutschen Wirtschaft

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