Markt und Wettbewerb

Fachkräftelücke kostet Deutschland Milliarden

Fachkräfte Lücke
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Simone Diebold

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Die deutsche Wirtschaft leidet unter dem Fachkräftemangel – und das kostet sie viele Milliarden Euro im Jahr. Da die Fachkräftelücke in den kommenden Jahren noch größer werden wird, steigen auch die Einbußen.

Erzieher, Pflegekräfte, Handwerker – geeignetes Personal fehlt deutschlandweit in fast allen Bereichen. Im Jahr 2023 waren insgesamt fast 573.000 Stellen nicht besetzt. Die langfristige Entwicklung ist dabei besorgniserregend: Die Fachkräftelücke hat sich in Deutschland seit dem Jahr 2010 verzehnfacht.

Zahl der offenen Stellen in Deutschland, für die es keine passend qualifizierten Arbeitslosen gab

Da ihnen qualifizierte Mitarbeiter fehlen, produzieren die Unternehmen im Land entsprechend nicht so viel, wie sie könnten. Den Ausfall hat das IW nun beziffert:

„Der deutschen Wirtschaft gehen durch den Fachkräftemangel in diesem Jahr rund 49 Milliarden Euro verloren.“

Dabei sind Folgekosten der Personalprobleme wie beispielsweise zusätzlicher Stress für die Belegschaften durch Mehrarbeit oder entgangene Innovationen in den Firmen nicht in der Rechnung enthalten. Da in den kommenden Jahren die geburtenstarken Jahrgänge – geboren in den Jahren 1959 bis 1969 – nach und nach in Rente gehen, wird sich das Fachkräfteproblem in Deutschland noch vergrößern. Im Jahr 2027 könnten der deutschen Wirtschaft dadurch 74 Milliarden Euro entgehen.

Um dem Trend entgegenzuwirken, sollte an drei Punkten angesetzt werden:

  • Qualifizierte Zuwanderung. Die hiesigen Unternehmen können die neue, gesetzlich verankerte Anerkennungspartnerschaft nutzen. Damit dürfen qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland schneller in die Bundesrepublik einreisen und hier arbeiten.
  • Bessere Kinderbetreuung. Damit Frauen ihre Arbeitszeit ausweiten können, braucht es mehr qualitativ hochwertige Angebote in der Kinderbetreuung – hier ist der Staat gefordert, den Ausbau weiter zu beschleunigen.
  • Lebensarbeitszeit erhöhen. Die Unternehmen in Deutschland sollten ihre älteren Beschäftigten dazu motivieren, bis zur Regelaltersgrenze – oder darüber hinaus – im Betrieb zu bleiben.

QUELLE: iwd – Der Informationsdienst des Instituts der deutschen Wirtschaft

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