HR und Arbeitsrecht

Grenzgänger im Homeoffice

Grenze Deutschland Österreich
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Miriam Bainczyk

Rechtsanwältin (Syndikusrechtsanwältin)

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Seit dem 1. Januar 2024 gilt eine neue Konsultationsvereinbarung die Änderungen des deutsch-österreichischen Doppelbesteuerungsabkommens berücksichtigt. Dadurch wird Grenzgängern mobiles Arbeiten im Homeoffice auch steuerrechtlich erleichtert.

Arbeiten Grenzgänger im Homeoffice oder mobil, sind einige Besonderheiten zu beachten. Hierzu berichteten wir bereits im März 2023 – siehe Artikel hier.

Das Bundesministerium für Finanzen (BMF) hat nun eine umfangreiche Konsultationsvereinbarung zu Zweifelsfragen hinsichtlich der Auslegung der Grenzgängerregelung im Sinne des deutsch-österreichischen Doppelbesteuerungsabkommens (DBA-Österreich) veröffentlicht. Diese Konsultationsvereinbarung berücksichtigt die Änderungen an dem DBA-Österreich, welche beschlossen wurden, um Grenzgängern mobiles Arbeiten im Homeoffice auch steuerrechtlich zu erleichtern.

Demnach gilt ab dem 1. Januar 2024 folgende neue Grenzgängerregelung im Verhältnis zu Österreich:

  • Personen werden bereits dann als Grenzgänger gesehen, wenn sie in der Grenzzone arbeiten und dort auch ihren Hauptwohnsitz haben. Ein „tägliches Pendeln über die Grenze“ ist nicht mehr erforderlich, um die Voraussetzungen einer Grenzgängereigenschaft zu erfüllen. Das Arbeiten im Homeoffice ist damit für Grenzgänger unbegrenzt möglich.
  • Die Grenzgängereigenschaft geht nur dann verloren, wenn der Arbeitnehmer an mehr als 45 Arbeitstagen im Kalenderjahr oder an mehr als 20 Prozent der tatsächlichen Arbeitstage außerhalb der Grenzzone tätig wird.

Für die Praxis ist die neue Grenzgängerregelung eine wesentliche Erleichterung, da Arbeitstage im Homeoffice zukünftig nicht mehr schädlich sind. Dies bietet deutschen Arbeitgebern die Möglichkeit, die unternehmensinterne Homeoffice-Politik im Hinblick auf Grenzgänger aus Österreich zu überdenken. Zudem stehen Grenzgängern dadurch insgesamt mehr Tage (im Rahmen der 45-tägigen bzw. 20-prozentigen Grenze) für Tätigkeiten außerhalb der Grenzzone zur Verfügung.

Dies Neuregelung betrifft jedoch ausschließlich die einkommensteuerliche Behandlung von Grenzgängern. Die Frage, ob durch Homeoffice im Ausland ein Betriebsstättenrisiko entsteht, muss nach wie vor einzelfallbezogen geklärt werden. Auch die sozialversicherungs- und arbeitsrechtlichen Folgen sind separat zu prüfen.

Die Konsultationsvereinbarung des BMF kann nachfolgend nach Login heruntergeladen werden.

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