Markt und Wettbewerb

Großhandelsumsätze im März und April stark eingetrübt

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Boris Behringer

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Die Großhändler bewerten die Lage im April drastisch schlechter als zuvor.

Die Großhandelsumsätze entwickelten sich bis Februar 2020 positiv. Mit der Bekämpfung der Corona-Pandemie im März wurde dieser Trend abrupt unterbrochen. Im Februar stiegen die Umsätze nominal um 1,6 Prozent. Real war ein Anstieg von 2,8 Prozent zu verzeichnen. Nach dem negativen vierten Quartal 2019 startete der Großhandel damit positiv in das Jahr 2020. Die Beschäftigung nahm im Februar um 0,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu und stieg auf 1.971 Millionen Beschäftigte. Die Großhandelspreise setzten dagegen ihren sinkenden Trend im März um -1,5 Prozent fort.

Die einzelnen Wirtschaftszweige entwickelten sich im Februar positiv. Während der Produktionsverbindungshandel nominal um 0,4 Prozent und real um 3,0 Prozent wuchs, verbesserte der Konsumgütergroßhandel seine Umsätze nominal um 2,6 Prozent und real um 2,1 Prozent. Der auf Grund der konjunkturellen Abkühlung bestehende Preisdruck zeigte im Produktionsverbindungshandel bereits einen stärkeren Effekt als im Konsumgütergroßhandel. Erfreulich entwickelte sind in den einzelnen Teilbranchen dabei besonders der Großhandel mit landwirtschaftlichen Grundstoffen (+7,5 Prozent), der Großhandel mit Geräten der Informations- und Kommunikationstechnik (+8,5 Prozent) sowie der Großhandel mit Ge- und Verbrauchsgütern (3,6 Prozent).

Die Corona-Krise und deren Bekämpfung haben weitreichende Auswirkungen auf Deutschland und seine Lieferketten in der Welt. Der BGA geht mit Blick auf die zeitlich um zwei Monate nachgelagerte Berichterstattung des Statistischen Bundesamtes zu den Umsätzen im Großhandel davon aus, dass die Ergebnisse für die Monate März und April 2020 im Großhandel ein stark eingetrübtes Bild zeichnen werden. Die Grafik des Monats deutet diese negative Entwicklung deutlich an. Die Werte der ifo-Bran­chenklimaindikatoren sind seit März im freien Fall. Mit einem Wert von -47,9 und
-45,5 Punkten bewerten die Großhändler und Einzelhändler die Lage im April drastisch schlechter als zuvor. Die Indikatoren für das Verarbeitende Gewerbe und der Dienstleistungen schließen sich mit einer Bewertung von -44 und -34 Punkten an. Auch das Bauhauptgewerbe liegt trotz vergleichsweise besserer Ausgangssituation inzwischen mit etwa -17 Punkten im negativen Bereich. Eine Wende ist noch nicht absehbar.

Grafik des Monats

Quelle: Destatis; Grafik: BGA
Quelle: Destatis; Grafik: BGA

Die Zahlen im Detail können nachfolgend oder im Downloadbereich eingesehen werden.

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