Transformation und Nachhaltigkeit

Herausforderungen des Großhandels

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Was sind die aktuellen Herausforderungen des Großhandels? Erste Ausgabe einer neuen Newsletter-Serie, die Impulse geben soll und Hand in Hand mit einem neuen Netzwerkformat geht.

Wir freuen uns, Ihnen mit dieser Ausgabe den Auftakt zu einer neuen Newsletter-Serie vorstellen zu dürfen, der sich mit den aktuellen Herausforderungen des Großhandels beschäftigt. Die Serie startet mit einem einführenden Teil und wird sich fortan in jeder Ausgabe einem spezifischen Thema widmen.

Jahr für Jahr bekräftigt der Großhandel seine Position als zweitstärkster Wirtschaftssektor in Deutschland und bildet das zentrale Bindeglied zwischen Hersteller und Unternehmen aus verarbeitender Industrie, Handwerk, Einzelhandel und öffentlicher Hand. Mit etwa 325 Tausend Beschäftigten in über 20 Tausend Unternehmen wird im baden-württembergischen Großhandel ein jährlicher Umsatz von rund 232 Milliarden Euro (2020) erwirtschaftet. Über viele Jahre und Jahrzehnte zeigt sich der Großhandel als beständiger Fels in der Brandung, welcher seiner Funktion als Motor der Wirtschaft nachkommt und jegliche Wirtschaftsentwicklungen überdauert.

Neben der aktuellen Corona-Pandemie haben seit einigen Jahren die Mega-Trends „Globalisierung“, „Demografischer Wandel“ und vor allem „Digitalisierung“ einen immer bedeutenderen Einfluss auf den Großhandel. Insbesondere die Auswirkungen des technologischen Wandels sind bereits heute in allen Alltags- und Unternehmensbereichen spürbar und stellen den Großhandel vor große Herausforderungen. Digitalisierung wird sich auf das Tagesgeschäft in noch stärkerem Maße auswirken als heute schon zu beobachten ist, neben der Vielfalt zukünftiger Chancen, welche das Themenfeld für Unternehmen bietet.

Gerade der Einfluss von Digitalisierung steht für vielschichtige Veränderungen, deren Auswirkungen in weiten Teilen bis heute unbekannt sind und für den deutschen Großhandel noch größtenteils unbekanntes Terrain darstellen, da die Art und Weise, wie neue Wertschöpfung entsteht, sich verändert. Beobachtungen im nationalen und internationalen Umfeld begründen den Verdacht, dass die vielfach getrennt betrachteten Themenfelder Digitalisierung, neue Arbeitsformen und Unternehmensnetzwerke in gezielt gestalteten Zusammenhang eine fundamentale Transformation in zukünftige Arbeitsprozesse und neue Geschäftspotenziale ermöglichen. Es ist zu erkennen, dass klassische Wettbewerbsstrukturen verwässern und digitale Plattformen und Unternehmensnetzwerke entstehen, in denen bisherige Fragestellungen der Kooperation und Konkurrenz in die Virtualität verlagert werden.

In einer mehr und mehr von digitalen Plattformen geprägten Wirtschaft stehen Großhandelsunternehmen vor der Herausforderung, neue Umsatzchancen und Potenziale in der Zusammenarbeit mit weiteren Unternehmen zu realisieren, ohne in ungewollte Abhängigkeiten großer, internationaler Plattformenbetreiber oder branchenfremder „Quereinsteiger“ zu geraten. Gerade die auf digitalen Plattformen gewonnenen Daten und Informationen gilt es nicht für sich zu behalten, sondern im kooperativen Austausch einzusetzen, um neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln und einen konkreten unternehmerischen Mehrwert zu generieren, bis hin zur Schaffung zukünftiger Innovationen. Dies erfordert von Großhändlern jedoch ein neues strategisches Denken sowie damit einhergehende erweiterte Handlungsmaßnahmen, um neue Umsatz- und Nutzenpotenziale realisieren zu können. In diesem Zusammenhang wird der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen im Kontext der Digitalisierung eine entscheidende Schlüsselrolle zugeordnet. Diskutiert werden zahlreiche Ansätze, die den Großhandel befähigen sollen, ihre Position im nationalen und globalen Wettbewerb zu verbessern.

Die Grundlage hierfür stellt eine zunehmende digitale Vernetzung von Produkten dar, über die beispielsweise Daten und Dienstleistungen in kooperierenden Datenräumen ausgetauscht werden können. Damit sind die Technologien, die unter dem Begriff der Digitalisierung zusammengefasst werden, Befähiger für sich neu bildende Kooperationen von Unternehmen. Auf dieser Grundlage können Unternehmen aus den verschiedensten Disziplinen, Bereichen und Branchen in entsprechenden Unternehmensnetzwerken wechselseitig zusammenarbeiten, um schnelle Umsetzungserfolge zu erzielen, bis hin zu neuen Dienstleistungen und Geschäftsmodellen entwickeln.

Der Nutzen dieser Zustandsdaten von Produkten und damit der ökonomische und gesellschaftliche Mehrwert wird jedoch nicht durch alleiniges Besitzen erzielt wie bei Wertgegenständen, sondern ausschließlich durch deren wertschöpfenden Verwendung aller Kooperationspartner. Die Zusammenarbeit von Unternehmen entsteht dabei vor allem durch ein (neues) Verständnis der Zusammenarbeit, das auf den jeweiligen Stärken, Fähigkeiten und der pragmatischen Gestaltung neuer Geschäftspotenziale basiert.

Für Großhandelsunternehmen wird es zukünftig zunehmend wichtig, sich mit konkreten, nutzen- und umsatzstiftenden Faktoren für eine wertschöpfungsorientierte Zusammenarbeit in Unternehmensnetzwerken zu positionieren oder diese mit entsprechenden Partnerunternehmen aufzubauen, um die Positionen im nationalen und globalen Wettbewerb zu verbessern, ausgehend von einer Verlagerung von Wertschöpfung auf digitale Plattformen.

Viele Unternehmen versuchen diesen Veränderungsprozess selbst anzustoßen und Brücken von ihrer heutigen Fragestellung zur zukünftigen Umsetzungsidee selbst zu bauen. Hierzu wollen wir mit künftigen Beiträgen dieser Newsletter-Serie und einem neuen Netzwerkformat Denkanstöße und Orientierung geben.

Das Netzwerkformat „Transformation Großhandel“ fand erstmalig am 29. September statt. Impulsvorträge mit anschließender Diskussionsrunde sollen zeigen, wo die derzeitigen Herausforderungen des Großhandels liegen – Themen u.a. Wettbewerb von Unternehmensnetzwerken, Kooperativer Datenraum oder AIoT. Initiator ist das Ferdinand-Steinbeis-Institut gemeinsam mit grosshandel-bw. Geplant sind weitere Formate in diesem und nächsten Jahr. Die Folge-Termine werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Aus der Zusammenarbeit zwischen grosshandel-bw und dem Ferdinand-Steinbeis-Institut ist außerdem eine TOOLBOX für Unternehmen aus dem Großhandel entstanden. Mit dieser Toolbox wollen wir eine leicht verständliche Vorgehensweise an die Hand geben, mit der Sie Ihre eigene digitale Transformation selbst erkennen und gestalten können. In einem Workshop ermitteln wir gemeinsam mit Ihnen Ihre bisherigen unternehmensspezifischen Fähigkeiten und gestalten daraus neue Umsetzungspotenziale, um in Zeiten der fortwährenden Digitalisierung erfolgreich zu bleiben. Bitte kontaktieren Sie uns bei Interesse.

In der nächsten Newsletter-Ausgabe widmen wir uns dem Thema „kooperativer Datenraum“. Die gemeinsame Nutzung digitaler Abbilder wird im Rahmen drei experimenteller Datengenossenschaften näher erforscht. Das Ziel der Datengenossenschaften ist es, durch die gemeinsame Nutzung digitaler Abbilder neue, nutzenstiftende Szenarien für alle beteiligten Unternehmen zu realisieren sowie Verbundvorteile und Skalenerträge zu realisieren.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit verwenden wir die männliche Form.
Wir meinen immer alle Geschlechter im Sinne der Gleichbehandlung.

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