Markt und Wettbewerb

Konjunkturbarometer Großhandel – April 2022

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BGA erwartet Verlangsamung der wirtschaftlichen Entwicklung und gebremste Großhandelsumsätze durch die Effekte des Ukraine-Krieges.

Der Angriff Russlands auf die Ukraine hat das wirtschaftliche Umfeld massiv verändert. Nach dem jüngsten Sachverständigengutachten vom März 2022 wird das Wirtschaftswachstum in Deutschland nicht wie im vergangenen Jahr erwartet um 4,6 Prozent steigen, sondern auf 1,8 Prozent zurückgenommen. Diese Erwartung spiegelt sich aber noch nicht in den aktuell verfügbaren statistischen Daten. Die Großhandelsumsätze steigen nach den Angaben von DESTATIS zu Jahresbeginn noch kräftig. Effekte aus dem Ukraine-Krieg dürften sich bei Verfügbarkeit der Daten für März abzeichnen. Im Januar 2022 stiegen die Umsätze nominal um 21,9 Prozent und real um 6,7 Prozent. Damit folgt die Entwicklung zum Jahresauftakt noch dem allgemeinen Aufwärtstrend. Der BGA geht davon aus, dass sich die weitere wirtschaftliche Entwicklung verlangsamen und der Ukraine-Krieg den Anstieg der Großhandelsumsätze bremsen wird.

Im Produktionsverbindungshandel sowie im Konsumgütergroßhandel sind die Umsätze im Januar 2022 deutlich angestiegen. Im Produktionsverbindungshandel zogen diese nominal um 29,0 Prozent und real um 6,1 Prozent an. Besonders stark war der Anstieg im sonstigen Großhandel, der u. a. den Großhandel mit Rohstoffen, Halb- und Fertigwaren umfasst. In diesem Großhandelszweig stiegen die Umsätze nominal um 41,7 Prozent und real um 7,2 Prozent. Im Handel mit landwirtschaftlichen Grundstoffen zogen die Umsätze nominal um 26,5 Prozent und real um 3,1 Prozent an. Auch im Konsumgütergroßhandel stiegen die Umsätze kräftig – nominal um 13,6 Prozent und real um 7,1 Prozent. Besonders positiv entwickelte sich dabei der Handel mit Ge- und Verbrauchsgütern, dessen Umsätze nominal um 13,7 Prozent und real um 9,3 Prozent zunahmen.

Der Ifo-Geschäftsklima-Index verzeichnet im März 2022 einen deutlichen Stimmungseinbruch, wie aus der Grafik des Monats ersichtlich wird. Während zu Jahresbeginn noch ein Anstieg erkennbar war, kippte die Stimmung bereits kurz nach Beginn des Angriffs Russlands auf die Ukraine. Der Einbruch ist dabei insbesondere auf die deutlich gestiegene Skepsis bei den Geschäftserwartungen zurückzuführen. Dies deutet darauf hin, dass der Ukraine-Krieg die Erholung der wirtschaftlichen Lage zunächst bremsen wird. Der BGA begrüßt, dass die Bundesregierung klar und entschlossen reagiert und Wirtschaftshilfen sowie Entlastungen für Bürger und Wirtschaft auf den Weg bringt. Der BGA erwartet aber auch grundlegende Maßnahmen zur Stärkung der Rahmenbedingungen am Standort Deutschland, vor allem zur Sicherung der Energieversorgung, der Leistungsfähigkeit der Infrastruktur und für mehr Flexibilität für die Unternehmen.

 Quelle: Ifo Institut; Grafik: BGA
Quelle: Ifo Institut; Grafik: BGA
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