Markt und Wettbewerb

Konjunkturbarometer Großhandel – Januar 2024

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Boris Behringer

Hauptgeschäftsführer
Rechtsanwalt (Syndikusrechtsanwalt)

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Die Großhandelsumsätze entwickelten sich auch im November 2023 weiterhin negativ. Real nahmen die Umsätze um 4,9 Prozent ab, nominal liegen sie sogar 7,2 Prozent unterhalb des Vorjahresniveaus.

Aus Sicht des BGA handelt die Bundesregierung viel zu zaghaft, um den Standort Deutschland attraktiver und moderner zu gestalten. Die Herausforderungen durch hohe Kosten aufgrund ausufernder Bürokratie, hohen Steuern und Zinsen sorgen für schlechte Stimmung im Großhandel. Der BGA rechnet daher für das gesamte Jahr 2023 mit einem realen Umsatzrückgang um 4 ¼ Prozent, nominal um 3 ¾ Prozent. Für das Jahr 2024 sieht der BGA aktuell keine spürbaren Signale einer raschen Erholung und erwartet, dass Wachstumsimpulse gesetzt werden, damit sich die Unternehmen schnell und nachhaltig aus der Krise herausarbeiten können.

Ursache für die schlechte Stimmung im Großhandel ist vor allem die Entwicklung im Produktionsver-bindungshandel. Dort nahmen die Umsätze im November 2023 nominal um 12,5 und real um 6,4 Prozent überproportional stark ab. Insbesondere im baunahen Großhandel sorgen hohe Kosten und Bürokratie für mangelnde Auftragseingänge und folgend niedrige Umsätze. Lediglich im Handel mit landwirtschaftlichen Grundstoffen wurde ein reales Umsatzplus von 3,7 Prozent verzeichnet. Etwas stabiler, aber ebenfalls mit negativer Tendenz entwickelten sich die Umsätze im Konsumgütergroßhandel. Nominal nahmen diese nur um 0,6 Prozent im Vorjahresvergleich ab, real aber um 3,2 Prozent. Der Handel mit Lebensmitteln und Getränken nahm zwar nominal um 2,6 Prozent zu. Dieser Anstieg ist jedoch auf die steigenden Preise zurückzuführen. Real wurde 1,9 Prozent weniger verkauft.

Die deutsche Wirtschaft leidet unter den Nachwirkungen der multiplen Krisen und schließt daher das Jahr 2023 mit einer negativen BIP-Entwicklung ab, wie die Grafik des Monats zeigt. Nachdem sich das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2021 mit einem realen Wachstum von 3,2 Prozent von den Folgen der Corona-Krise erholte, konnte die wirtschaftliche Leistung 2022 um 1,8 Prozent weiter gesteigert werden. Bereits in der zweiten Jahreshälfte 2022 wurden allerdings die durch den russischen Angriff auf die Ukraine verursachten, hohen Energiepreise zu einer großen Herausforderung für die deutsche Wirtschaft. Zudem belasten die geopolitischen Unsicherheiten, hohe Kosten für Bürokratie und die steigenden Zinsen die Unternehmen. Infolge der geringeren wirtschaftlichen Dynamik sank die Wirtschaftsleistung nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes 2023 um 0,3 Prozent. Der BGA sieht skeptisch auf die weitere Entwicklung und dringt auf rasches politisches Handeln zur Verbesserung der Rahmenbedingungen am Standort Deutschland.

Quelle: DESTATIS, Grafik: BGA

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