Markt und Wettbewerb

Konjunkturbarometer Großhandel – Juni 2024

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Boris Behringer

Hauptgeschäftsführer
Rechtsanwalt (Syndikusrechtsanwalt)

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Der Großhandel konnte im April 2024 kräftige Umsatzzuwächse realisieren, nachdem im Vormonat noch ein kräftiger Einbruch gegenüber dem Vorjahresmonat zu verzeichnen war.

Zudem waren im April die realen Umsätze zu diesem Zeitpunkt – mit Ausnahme von 2022 – erstmals höher als in den fünf vorherigen Jahren. Für die weitere Entwicklung wird interessant sein, wie sich die Umsätze in den nächsten Monaten entwickeln, da in der Vergangenheit ab Monat April eine negative Entwicklung eintrat. Der Großhandelsumsatz stieg im April 2024 im Vergleich zum Vorjahr nominal um 7,9 Prozent und real um 9,4 Prozent. Konkret bedeutet dies aber auch weiterhin, dass die Unternehmen mengenmäßig mehr verkaufen mussten, um einen vergleichsweise geringeren, nominalen Zuwachs zu erzielen. Die Tendenz sinkender Verkaufspreise im Großhandel nimmt jedoch stetig ab. Mit der aktuellen Umsatz- und Preisentwicklung könnten sich die Signale einer Stabilisierung im Großhandel mehren.

Geprägt wird diese Entwicklung durch die Entwicklung im Produktionsverbindungshandel, der – mit Ausnahme des Großhandels mit Maschinen und Ausrüstungen – im April erstmals wieder eine deutlich positive, reale wie nominale Entwicklungen verzeichnet. Dazu trugen insbesondere der Großhandel mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen mit einem realen Zuwachs von 13,8 Prozent und der sonstige Großhandel mit 13,1 Prozent bei. Letzterer umfasst unter anderem den Großhandel mit Erzen, Metallen und Metallhalbzeug. Im April lagen die Zuwächse im Produktionsverbindungshandel insgesamt nominal bei 5,1 Prozent und real bei 8,5 Prozent.

Der Konsumgütergroßhandel setzt seine positive Entwicklung weiter fort. Nach Monaten negativer Umsatzentwicklung verzeichnete er zum dritten Mal in Folge einen Zuwachs gegenüber dem Vorjahr. Nominal betrug das Umsatzplus 10,7 Prozent und real wurden 10,4 Prozent mehr verkauft. Getragen wird dies durch die zweistelligen Zuwächse des Großhandels mit Ge- und Verbrauchsgütern: Nominal um 12,8 und real um 12,1 Prozent. Der Großhandel mit Lebensmitteln und Getränken weist ähnlich hohe Werte auf, während der Großhandel ohne ausgeprägten Schwerpunkt, der u. a. den Großhandel mit Fertigwaren ohne ausgeprägten Schwerpunkt umfasst, nach längerer Zeit erstmals wieder mit einer einstellig positiven Rate zulegen konnte.

Quelle: ifo, Juni 2024

Das ausgeprägte Auf und Ab der Umsatzentwicklung spiegelt sich in der konjunkturellen Einschätzung der Großhändler. Nachdem der ifo Klimaindikator für den Großhandel zu Beginn des Frühjahrs noch eine Aufhellung andeutete, hat sich die Stimmung im Juni wieder deutlich abgekühlt, wie die Grafik des Monats zeigt. Nicht nur die Bewertung der Lage ist betroffen, sondern auch die Erwartungen sind wieder gesunken. Dies bestätigt den BGA in seiner Einschätzung, dass von einer stetigen konjunkturellen Erholung noch nicht ausgegangen werden kann. Anders könnte es aussehen, wenn sich die Bundesregierung zu einer Fortführung der Konsolidierung der öffentlichen Haushalte unter Verstetigung einer hohen Investitionstätigkeit durchringen könnte. Damit verbunden muss ein Wachstumsdynamisierungspaket auf den Weg gebracht werden, das die Erwartungen der Unternehmen an Vereinfachungen und Entlastungen aufnimmt.

Die Zahlen können nachfolgend nach Login oder im Downloadbereich unter dem Thema Markt & Wettbewerb/Zahlen & Statistik/Konjunktur heruntergeladen werden.

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