Markt und Wettbewerb

Konjunkturbarometer Großhandel – März 2024

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Boris Behringer

Hauptgeschäftsführer
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Der Großhandel hat das Jahr 2024 schwach begonnen und verzeichnet im ersten Monat einen Rückgang der Großhandelsumsätze nominal um 3,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, preisbereinigt um 1,6 Prozent.

Eine Verbesserung der wirtschaftlichen Entwicklung oder gar eine Trendwende können daraus nicht abgeleitet werden. Zwar ist der nominale und reale Umsatz weniger stark gesunken als noch im Vormonat, allerdings bleiben die Umsätze weiter deutlich unter dem Vorjahr und damit auf niedrigem Niveau. Der BGA geht mit Blick auf die jüngste Entwicklung davon aus, dass sich die Umsätze zunächst weiter schwach entwickeln werden.

Eine deutlich schwache Entwicklung kann im Produktionsverbindungshandel konstatiert werden. Im Januar 2024 weisen die nominalen und realen Umsätze weiterhin deutlich negative Werte auf.
Nominal lagen Sie um 9,6 Prozent unter Vorjahr und real immerhin noch um 4,7 Prozent. Dabei weisen alle Branchen eine ähnlich negativ ausgeprägte Veränderung aus. Lediglich der Handel mit landwirtschaftlichen Grundstoffen konnte 4,4 Prozent real mehr verkaufen, musste aber nominal auch Umsatzeinbußen von 8,5 Prozent verkraften. In der unterschiedlichen Entwicklung der nominalen und der realen Umsätze spiegeln sich die rückläufigen Preisentwicklungen.

Der Konsumgütergroßhandel zeigt dagegen wieder eine positive Tendenz. Nominal verzeichnete er ein Plus von 4,0 Prozent und real von 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Getragen wird dies durch den Großhandel mit Lebensmittel und Getränken sowie den Großhandel mit Ge- und Verbrauchsgütern. Der Konsumgütergroßhandel ohne ausgeprägten Schwerpunkt, der u. a. den Großhandel mit Fertigwaren umfasst, weist dagegen einen nominalen und realen Umsatzrückgang von über 10 Prozent aus. Im Konsumgütergroßhandel vor allem mit Lebensmitteln sind dabei weiterhin steigende Preise zu verzeichnen, die sich letztlich auch im Anstieg der Verbraucherpreise spiegeln.

Die Umsätze im Großhandel lassen eine unmittelbare Trendwende der konjunkturellen Entwicklung nicht erkennen. Die leichte Abnahme des Umsatzrückgangs im Vormonatsvergleich und die Entwicklung im Konsumgütergroßhandel lassen aktuell allenfalls auf eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau schließen. Noch prägt der Rückgang des realen Bruttoinlandsprodukts in den vergangenen drei Quartalen die Konjunktur. Damit befindet sich Deutschland definitorisch immer noch in einer Rezession. Einen Hoffnungsschimmer lässt der ifo-Geschäftsklimaindex aufkommen, wie die Grafik des Monats zeigt. Danach hat sich die Stimmung unter den Unternehmern in den letzten beiden Monaten leicht verbessert. Auch wenn die Inflation weiter sinken und die Einkommen steigen sollten, führt aber an einer Stärkung der Angebotsbedingungen am Standort Deutschland kein Weg vorbei, um die Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität Deutschlands als Wirtschaftsstandort für Investitionen und Beschäftigung zu sichern.

Quelle: ifo, Grafik: BGA

Die Zahlen können nachfolgend nach Login oder im Downloadbereich unter dem Thema Markt & Wettbewerb/Zahlen & Statistik/Konjunktur heruntergeladen werden.

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