Markt und Wettbewerb

Konjunkturbarometer Großhandel – November 2023

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Boris Behringer

Hauptgeschäftsführer
Rechtsanwalt (Syndikusrechtsanwalt)

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Die gesamtwirtschaftliche, konjunkturelle Schwäche macht sich in den Großhandelsumsätzen immer deutlicher bemerkbar. Nach dem zweiten Quartal schließt auch das dritte Quartal 2023 mit einem Umsatzrückgang ab.

Im September 2023 gingen die Großhandelsumsätze nominal und real deutlich zurück. Real liegen sie um 5,8 Prozent unterhalb des Vorjahresniveaus, nominal gingen sie sogar um 8,3 Prozent zurück. Damit schließt nach dem zweiten Quartal 2023 auch das dritte Quartal mit einem Umsatzrückgang ab. Nominal liegen die Umsätze um 7,1 Prozent und realen um 5,2 Prozent unter dem Vorjahresquartal. Aufgrund der hohen Belastungen durch Kosten, Bürokratie und Steuern sieht der BGA auch keine spürbaren Wachstumsimpulse, um in den nächsten Monaten aus der aktuellen Schwächephase herauszukommen. Mit Blick auf die rückläufigen Preise geht der BGA davon aus, dass die Umsätze auch in den kommenden Monaten schwach bleiben.

Der Produktionsverbindungshandel zeigt sich deutlich volatiler in der Entwicklung als der Konsumgütergroßhandel. Die Produktionsverbindungshändler verzeichneten im September den größten Umsatzrückgang des Jahres 2023. Nominal wurden 14,5 Prozent weniger Waren verkauft als im Vorjahr, real 7,9 Prozent. Im Konsumgütergroßhandel ist die Umsatzentwicklung jedoch auch schwächer als in den letzten Monaten. Während sich nominal noch ein Wachstum um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat ergab, gingen die Umsätze real um 3,3 Prozent zurück. Insbesondere der Handel mit Ge- und Verbrauchsgütern hat sich im September deutlicher eingetrübt. Im August stiegen die Umsätze nominal noch um 3,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr, im September sanken sie jedoch um -0,3 Prozent. Und auch real wurde weniger verkauft: nach einem Rückgang von nur -0,2 Prozent im August, waren es im September -3,0 Prozent.

Nach wie vor zeichnet sich keine Erholung der konjunkturellen Lage im Großhandel ab, was die Ifo-Konjunkturperspektiven, die in der Grafik des Monats abgebildet werden, ersichtlich machen. Im Zuge der Erholung der Pandemie stieg der Indikator an, bis Russland im Februar 2022 die Ukraine angriff, woraus sich Lieferengpässe und Energieknappheiten einstellten. Die Stimmung der Unternehmen begann sich wieder einzutrüben. Gegen Ende des Jahres 2022 ließen Engpässe und Preisdruck wieder nach und die Unternehmen wurden wieder zuversichtlicher. Die Erwartungen einer Erholung in 2023 deuteten sich an. Diese Erholung verzögerte sich jedoch zunehmend und blieb letztendlich ganz aus. Das Geschäftsklima verschlechterte sich. Seit Februar 2023 fällt der Indikator fast stetig. Die Geschäftserwartungen werden dabei deutlich pessimistischer eingeschätzt als die aktuelle Geschäftslage, die erst im Mai 2023 in den negativen Bereich fiel.

Der BGA sieht diese Entwicklung im Großhandel kritisch. Er erwartet aufgrund der vielfältigen Herausforderungen aus Strukturwandel, Bürokratie, steigenden Zinsen und schwacher Nachfrage aktuell keine Trendumkehr beim Wirtschaftswachstum. Konkret geht er von einem umsatzschwachen Winter 2023/2024 aus.

Grafik des Monats

Quelle: Ifo-Institut, Grafik: BGA

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