Markt und Wettbewerb

Umsatzanstieg im Großhandel verliert an Fahrt

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Boris Behringer

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Die konjunkturelle Entwicklung steht weiterhin auf Erholung, wird aber gebremst von Lieferengpässen bei Vorprodukten und Rohstoffen.

Der Anstieg der Großhandelsumsätze hat an Fahrt verloren. Im Juli 2021 betrug der Anstieg nominal 8,8 Prozent und real von 0,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr und liegt damit deutlich unter der Entwicklung im zweiten Quartal. Ursächlich hierfür ist insbesondere der geringere Basiseffekt, der sich aus der Entwicklung im Vergleich zu den Vorjahresmonaten ergibt.

Im Produktionsverbindungshandel wie im Konsumgütergroßhandel flacht der Umsatzanstieg nach den deutlichen Zuwachsraten im zweiten Quartal ab. Der Produktionsverbindungshandel verzeichnet im Juli 2021 eine Umsatzentwicklung von nominal 14,0 Prozent und real von -0,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Im Konsumgütergroßhandel fallen die Veränderungsraten noch geringer aus. Nominal stiegen die Umsätze zu Beginn des dritten Quartals um 2,8 Prozent und real um 0,7 Prozent. Dabei verzeichnet der Großhandel mit Lebensmitteln und Getränken einen Rückgang um nominal -0,1 Prozent und real -1,6 Prozent. Insgesamt spiegeln sich in diesen Entwicklungen die weiter anziehenden Preise, während real vergleichsweise weniger Güter verkauft wurden als noch im Vorjahr.

Dass die konjunkturelle Entwicklung insgesamt auf Erholung steht, zeigt die Grafik des Monats. Die Nachfrage nach Logistikdienstleistungen weist nach dem Einbruch zu Beginn der Corona-Krise wieder steigende Tendenz auf. Der Lkw-Maut-Fahrleistungs­index gibt frühzeitig Anhaltspunkte zur Entwicklung der Industrieproduktion. Er wird aus Prozessdaten der Lkw-Mauterhebung berechnet, wobei als Basisjahr auf das Jahr 2015 mit einem Wert 100 abgestellt wird. Die Entwicklung des Indizes zeigt, dass sich die Lkw-Fahrleistung seit dem Rückgang zu Beginn der Corona-Krise und trotz eines Auf und Ab auch in der Krise wieder verbessert hat. Dieser positiven Entwicklung steht jedoch entgegen, dass weiterhin Lieferengpässe bei Vorprodukten und Rohstoffen die Erholung bremsen. Diese Entwicklungen bestärken den BGA in seiner Einschätzung zur zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklung, dass sich die Konjunktur im Aufwind befindet, jedoch Unsicherheiten die Entwicklung überlagern und eine weiterhin verhaltene Betrachtung rechtfertigen.

Grafik des Monats: Risiko – Rohstoffversorgung

© Bundesamt für Güterverkehr, Statistisches Bundesamt
Quelle: Bundesamt für Güterverkehr, Statistisches Bundesamt; Grafik: BGA

Die Zahlen im Detail können nachfolgend oder im Downloadbereich eingesehen werden.

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